Fototipps
Nutzen Sie den Raum: Indoor-Porträtfotografie
Mit diesen Techniken erzielen Sie bei Deinem Indoor-Shooting ausdrucksstarke Fotos.
Für mich gibt es nichts Schöneres, als das Wesen eines Menschen mit meiner Kameralinse einzufangen – und als authentische Porträts festzuhalten. Begleiten Sie mich bei einem Shooting durch ein altes Industriegebäude in Bremen. Ich zeige Ihnen, woraus Sie bei Ihrem Fotospot achten sollten und wie Sie Licht und Schatten optimal einsetzen können – egal ob mit einer Kamera oder dem Smartphone.
Ihr Porträtfoto auf Leinwand direkt erstellen.
Sehen lernen: Lichtspots in Ihrer Location finden
Liebe auf dem Foto
So kreiert Marta Urbanelis auf ihren Fotos Lebensfreude:
Echtes Lachen
Ich versuche bei einem Shooting, mein Model zum Lachen zu bringen. Denn ein Lachen, das von Herzen kommt, strahlt Wärme aus und bringt Lebendigkeit in das Porträt.
Bewusste Atmung
Manchmal bitte ich mein Model, ein- und auszuatmen. Ein simples – aber effektives – Mittel, um eine entspannte Mimik und Körperhaltung zu erzielen.
Musik
Das Lieblingslied meines Models sorgt auf Knopfdruck für eine lockere Atmosphäre –und weckt echte Emotionen. Diese spontanen Momente fange ich mit vielen aufeinanderfolgenden Fotos ein.
Kein direkter Blick in die Kamera
Häufig schauen wir direkt in die Kameralinse, sobald wir fotografiert werden. Dabei wirkt ein abschweifender Blick viel intimer – wie ein flüchtiger Moment aus dem Leben.
Natürliche Bewegungen
Kleine Gesten, wie das Spielen mit den Haaren, erzeugen Dynamik und verleihen mit abwechslungsreichen Posen jedem Porträt einen lebendigen Charakter.
Ein Klassiker der Porträtfotografie: Um sanfte Porträts ohne harte Schafften zu kreieren, bietet es sich an, das Model ins Frontallicht zu stellen – oder wie ich es gerne nenne: „Beauty-Light“. Das Fenster befindet sich dabei direkt hinter der Kamera, sodass das Licht gleichmäßig auf das Gesicht fällt. Mit dieser Technik können Sie ungewollte Schattenbildung im Gesicht minimieren und das Hautbild verfeinern.
Künstlerische Kontraste: Rembrandt-Licht
Porträts wie gemalt: Ich arbeite bei meinen Shootings gerne mit seitlichem Lichteinfall. Das verleiht dem Gesicht eine schöne Tiefe – und dem Foto mehr Dreidimensionalität. Das Model wird dabei so zur Lichtquelle positioniert, dass das Gesicht nicht frontal, sondern seitlich beleuchtet wird. Auf diese Weise entsteht ein markantes Licht-Dreieck auf der Schattenseite des Gesichts – ein charakteristisches Merkmal der „Rembrandt-Beleuchtung“. Diese Technik, benannt nach dem niederländischen Künstler Rembrandt van Rijn, erinnert an die dramatischen Kontraste in dessen Gemälden und verleiht jedem Porträt einen klassischen und zugleich zeitlosen Look.
Um das Model optimal in Szene zu setzen, liebe ich es, mit Framings zu arbeiten. Doch was genau bedeutet das? Beim Framing handelt es sich um ein Stilmittel der Fotografie: Es geht darum, das Motiv durch künstliche oder natürliche Rahmen „einzurahmen“. Dafür bietet unsere Indoor-Location zahlreiche Möglichkeiten – mehr als Sie vielleicht im ersten Moment vermuten. Vor allem in alten Industriegebäuden können Sie Türen, Fenster, Balken und Säulen als Rahmen nutzen. Und die Aufmerksamkeit direkt auf Ihr Model lenken.
Erst Kamera, dann Smartphone
Dasselbe Motiv, zwei Perspektiven: Kamerafoto und Smartphonebild im Vergleich
Mit Gegenlicht zu arbeiten ist eine meiner Lieblingsmethoden, um cinematische Effekte zu erschaffen. Ich positioniere mein Model dafür direkt vor das Hauptlicht, sodass ein hoher Kontrast entsteht. Mit einem faszinierenden Ergebnis: Die besondere Lichtstimmung erzeugt eine Art Schein um das Model und lässt so selbst feinste Konturen hervortreten. Ein wirkungsvolles Porträt – auch wenn das Gesicht selbst kaum zu erkennen ist.
Tricksen erlaubt
Mit der passenden Technik können Sie bereits beim Shooting viel aus Ihren Fotos herausholen. Eine coole Location, die richtige Position – mit Licht und Schatten spielen: Oft sind es die kleinen Unterschiede, die Ihr Model erstrahlen lassen.
Trotzdem fasziniert es mich, beim Fotografieren zu experimentieren und mit einfachen Hilfsmitteln große Effekte zu erzielen. Hier gilt: einfach ausprobieren. Eine meiner Favoriten? Die DIY-Schablone. Eine langer, schwarzer Pappstreifen mit verschieden breiten Ausschnitten. Diese halte ich einfach vor mein Objektiv – so kann ich einfach den Hintergrund abdunkeln und störende Lichtreflexionen überdecken.
Eine Wand? Ihre Leinwand!
Ein zurückhaltender Hintergrund wie eine farbige Wand lässt Ihnen viele Freiheiten bei Ihrem Fotoshooting. Denn bei diesem Setting müssen Sie nicht auf Symmetrie, Führungslinien oder andere Elemente achten – hier steht die Liebe und das Menschliche im Vordergrund. Wichtig ist nur eine passende Lichtquelle, um Ihr Model zu beleuchten. Und schon kann es losgehen!
Sie sehen: Es geht auch ohne professionelles Equipment. Wichtig ist nur, den Blick fürs Besondere zu haben – damit finden Sie die perfekte Location für Ihr Shooting.
Das sind meine Top-Tipps für Sie auf einen Blick:
- Nutzen Sie den Raum
Der Blick sollte durch die vorhandenen Führungslinien und Framings auf Ihr Model gelenkt werden – dafür eignen sich vor allem Tür- und Fensterrahmen. So erzeugen Sie spannende Perspektiven und bringen Tiefe in das Porträt. - Bringen Sie Liebe ins Foto
Das Wichtigste bei einem Shooting: eine entspannte Atmosphäre. Ihr Model sollte sich wohlfühlen – zum Beispiel mit einem lockeren Song. Authentische Aufnahmen garantiert! - Spielen Sie mit Kontrasten
Jede Beleuchtung hat eine andere Wirkung: Mit einer frontalen Lichtquelle reduzieren Sie harte Schatten. Einen dramatischen Effekt erzielen Sie mit seitlicher Beleuchtung – Gegenlicht eignet sich hingegen fantastisch für Experimente!
Es braucht nur etwas Übung, Kreativität und eine große Portion Leidenschaft: So gelingen Ihnen beeindruckende Porträts. Ob mit der Kamera oder auch dem Smartphone – einfach perfekt unperfekt. Viel Spaß beim Ausprobieren!
Alles Liebe!
Ihre Marta Urbanelis


